10 SEA Tipps für Nischenplayer

Oder wie Sie als KMU die Vorteile von Google Ads / Bing Ads nutzen

  1. Kein Geld für (Online) Marketing ausgeben, ohne vorher Ziele zu definieren und diese Ziele auch zu messen.
  2. Geben Sie besser 1/3 für eine gute Agentur und 2/3 für die Werbekosten aus, als mit 100% der Werbekosten 0 Ziele zu erreichen. Auch wenn Ihnen immer wieder das Gegenteil erzählt wird: Es kann trotz hochautomatisierter Kampagnenaussteuerung und immer noch sehr, sehr viel Geld ins Leere laufen.
  3. Überlegen Sie nicht zu lange, sondern testen Sie. Oftmals sind die „Unicorns“ oder „Cashcows“ oder wie Sie sie auch nennen wollen nicht dort, wo Sie diese erwartet hätten.
  4. Analysieren, Fazit ziehen und Optimieren.
  5. Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden und vergleichen Sie die Anbieter. I.d.R. Erfordert ein Projekt einiges an Vorwissen und Zusammenarbeit und dann ist es praktisch, wenn Sie Ihrem Anbieter vertrauen. Online Marketing ist ein laufender Prozess. Aber Sie möchten ja primär Ihre Produkte oder Dienstleistungen verkaufen und sich nicht in den Online-Marketing-Optionen verlieren.
  6. Konzentrieren Sie sich auf Ihr Gebiet, auf Ihre Nische. Alles andere wird schnell teuer.
  7. Die Zeiten als Sie für einige Tausend Franken Banner produzieren lassen mussten, um Display Anzeigen schalten zu können, sind vorbei. Nutzen Sie Responsive Displayanzeigen für das Google Display Netzwerk. Sie brauchen lediglich ein Logo und ein geeignetes Bild.
  8. Verzetteln Sie sich nicht in den verschiedenen Werbenetzwerken: Jedes Kampagnen-Setup verschlingt wieder Budget oder – falls inhouse gemacht – zumindest Arbeitsaufwand. Machen Sie es ganz oder gar nicht.
  9. Begleiten Sie andere Werbemassnahmen mit Google Ads. Schalten Sie z.B. ein Inserat, buchen Sie wenigstens während 2-3 Wochen die relevanten Keywords dazu in AdWords oder Bing Ads.
  10. Zu guter Letzt: Seien Sie schnell & kreativ! Im Gegensatz zu Grossfirmen haben Sie kurze Entscheidungswege: Erstellen Sie eine eigene Zielseite mit allen wichtigen Geheimtipps – Sie kennen Ihre Zielgruppe definitiv besser – und bewerben Sie diese mit Suchmaschinenwerbung.
  11. Bonus: Nutzen Sie Google Ads Express NICHT. Aber mehr dazu in meinem nächsten Blogpost.

Recap vom Online Marketing Tag (OMT) in Wiesbaden 2019

Oftmals ist es mit Online Marketing Konferenzen so einer Sache: Eigentlich sucht man ja vor allem Bestätigung dessen, was man eh schon weiss. Trotzdem ist da meist die eine neuen Information oder der neue Denkanstoss für wichtige Änderungen und Optimierungen im Alltag. Hier der Versuch eines Elevator-Pitches pro Session:

Olaf Kopp: Content-Attribuierung

Ohne Strategie sollte man gar nicht erst Content erstellen. Leider geschieht dies noch allzu oft. Zweimal pro Woche einen Facebook Post zu erstellen und einen Newsletter rauszulassen ist noch lange keine Strategie.

Content-Attribuierung innerhalb einer Gesamtstrategie von Olaf Kopp.
Content Klassifizierung nach Olaf Kopp an der OMT 2019

Resultat eines solches Content-Aktionismus ist auf kurz oder lang eine zugemüllte Website. Die Überlegung muss sein: Welcher Inhalt soll welchen Kunden zu welchem Zeitpunkt über welchen Kanal erreichen? Dann: Legt die Strategie über die ganze User Journey systematisch fest und definiert sinnvolle Ziele pro Touchpoint / Kanal. Berücksichtigt, dass Branding Kampagnen nicht an Leads gemessen werden sollten (Ja! Immer noch nicht!), und SEA&SEO häufig bei den vorbereitenden Conversions stark sind – siehe vorbereitende Conversions in Analytics.
Was oft vergessen geht: Seit der zwingenden Anonymisierung der IP muss auch der Filter für internen Traffic angepasst werden z.B. 123.456.*!


Florian Stelzner: Sinnvolle SEO-Metriken

Hört auf, mit möglichst vielen «Möchtegern»-KPI, also von Impressions, Klicks über CTR bis zur Seitenladezeit, um Euch zu schlagen. Eine KPI ist nur, was direkt wichtig für den Unternehmenserfolg, also schlussendlich den Deckungsbeitrag ist. Ein würdiger SEO-KPI ist also: Umsatz von SEO pro Monat. Gemessen an Ist, Soll, Abweichung. Letzteres, wenn das Ziel verfehlt wurde, rot einfärben und sogleich Dringlichkeit, Verantwortlichkeiten und Deadlines zuordnen. Reports oder Dashboards dann immer empfängergerecht aufbereiten. Die Geschäftsleitung interessiert andere Zahlen als das Web-Team und die schwachen Seitenladezeiten sollten vor allem die Entwickler interessieren.

Die wenigsten in SEO-Reportings verwendeten Kennzahlen sind wirklich KPI.
Relevante KPI im SEO nach Florian Stelzner.

Florian Litterst: 15 sofort umsetzbares Hacks für Deine Facebook und Instagram Ads

Nutze die neuen Anzeigenformate und nutze diese kreativ! So zum Beispiel die Instagram Story Ads für kurze Umfragen – etwa: «Welches Design gefällt Euch besser?» Bei Facebook Slideshows lassen sich wiederum nicht nur verschiedene Produkte zeigen, sondern mit einer kleinen grafischen Abweichung in der Folienabfolge, eine dezente Animation.

Die dynamischen Anzeigen erinnern an die responsiven Anzeigen in Google Ads. Hier können zehn Bilder und 5 Titel eingebucht werden. Mit einigen Kniffs lässt sich die beste Variante auch gleich zur Wiederverwendung abspeichern.

Collection Ads eignen sich ausserdem nicht nur für eCommerce-Anbieter. Hierzu verschiedene Bilder von neuen Mitarbeitern, Blogbeiträgen, Podcasts oder sogar Stellenangeboten einfügen. Damit lässt sich oft ganz gut die Klickrate verbessern.


Marco Lauerwald & Corinna Rudolph: SEO Bhutan-Battle

Interessante Case-Study! Zwei grosse Reiseanbieter duellieren sich zu einem für sie komplett neuen (informational) Keyword: «Bhutan Sehenswürdigkeiten». Nach einer Reise durch das konkrete Vorgehen und zwei Wochen nach dem «Push to Index» das Fazit: Nicht (nur) Keyword-Dichte, Bilder, Struktur oder Ladezeit sind wichtig. Das Zünglein an der Waage, mutmasst Marco Lauerwald, könnte die Ausrichtung der Gesamtwebsite gewesen sein: ist es beim Gewinner Urlaubsguru.de mehr ein informativer Fokus, fokussiert sich check24.de ansonsten mehr auf transnationale Inhalte.

Thomas Midnich & Jens Fauldrath: SEO Q&A mit Live-Siteclinic

Gnadenlos ehrlich und amüsant wie immer werden Websites auf Wunsch der Betreiber auseinandergenommen, doch Details dürfen den Raum nicht verlassen. Nur soviel: Lasst Slidshows bitte bleiben und entscheidet Euch einfach für das beste Bild. Und nennt das Kind bitteschön beim Namen! Die Website-Struktur und der Seiteninhalt muss die Relevanz der Inhalte widerspiegeln, eine H1 und dann H2, H3 – hierarchisch geordnet. Nofollows, Umleitungen, Canonical vermeiden resp. richtig setzen. Schreibt zu jeder Zielseite passende Meta-Titles & -Descriptions mit USP und CTA. Das sollte nun wirklich jeder wissen. SEO sei schliesslich keine Zauberei.

Markus Baersch: Google Analytics & GTM Tippgewitter

Obwohl auch für Anfänger angeteasert, fühle ich mich als regelmässige Analytics-Userin hier im Regen stehen gelassen. Vielleicht reichen beim nächsten Mal auch 20 statt 40 Tipps? Oder die Empfehlung «nur für Fortgeschrittene»…  Was ich mitgenommen habe: Lest den Blog von Simo Ahava,. Doppelte Transaktionen ausfiltern. Suchmaschinen als solche kennzeichnen – falls in Analytics als Referral und nicht schon korrekt zu organic zugeordnet. Bots erkennen & ausfiltern.

Schon gewusst? Das Cookie auf dem Safari-Browser wird alle sieben Tage gelöscht. Also: alle sieben Tage wieder Cookie-Banner akzeptieren.

Was ich aus diesen zwei Sessions weiter mitnehmen: Datenschutz beisst sich oft mit Nutzerfreundlichkeit. Immer weitergehende Regulierungen verkomplizieren leider auch zunehmend die Websites. Oft gibt es jedoch auch pragmatische Lösungen! Schaut Euch ein Bisschen um. So reicht es, die rechtlichen Bestimmungen in die AGB zu schreiben. Es ist nicht nötig, diese unter jedes Hotelangebot zu schreiben. Es sei denn, ihr möchtet alle Kunden von Anfang an vom Buchen abhalten.

Britta Behrens: Content Marketing auf LinkedIn oder: macht LinkedIn-SEO!

Das ideale LinkedIn-Profil ist Eure Bühne – also nutzt sie! Im Social Selling Index (SSI) zeigt der eigene Status auch gleich, wie weit ihr seid.

Produziert Rich Media Formate, füllt alle Felder korrekt aus, verwendet die wichtigen Keywords – und ja, durchaus auch eine CTA – in Eurem Summary. Baut ein diverses (und relevantes) Netzwerk auf, bestätigt die Skills Eurer Kontakte. Bei den Beiträgen gilt: Engagement ist alles! Postet also nur relevanten Inhalt, maximal 1x täglich , minimal 3-4x pro Woche: informiert, unterhaltet, inspiriert oder vermittelt Wissen. Am besten natürlich mit passendem #hashtag.

Corporate Influencer: Lasst Eure Mitarbeiter nicht nur Inhalte teilen, sondern für eine höhere Reichweite aus eigener Sicht / mit eigenem Teaser posten. Und natürlich auch hier: Verwendet UTM Tracking, um bezahlten vs. earned Traffic unterscheiden zu können.


OMT-Website Clinic by Textbroker

Interessante Rundumbetrachtung des gesamten Online-Marketings von Fahrrad-XXL.de – von Google Ads über SEO bis Social Media. Sicher ist die Session sehr wertvoll für die ausgewählte Firma, bietet jedoch nicht allzuviel Neues. Vielleicht hervorzuheben als key takeaways: Auf Facebook mehr Nähe zu den Followern suchen: Antwortet auf alle Reaktionen, ob positiv oder negativ. Twitter: Produziert eigenen Inhalt und macht nicht nur Retweets. Positiv erwähnt wird die Doppelplatzierung von Google Search Ads und Shopping.

Fahrad-XXL.de soll vertrauensbildende Elemente auf der Website stärker in den Fokus rücken. Weiter: Vergesst die Zusatzausrüstung wie Fahrradanhänger oder Helme für das Upselling nicht. Ansonsten liegt riesiges Potential brach!

Auch bei den rechtlichen Aspekten gibt es einige Empfehlungen: Vergesst nicht, die Opt-Out-Möglichkeit bei der Newsletter-Anmeldung zu erwähnen. Publiziert keine Werbung im Double-Opt-In Verfahren, d.h.im e-Mail, welches sie ihren Kunden zur Bestätigung der Newsletter-Anmeldung zusenden.

Zurzeit in Diskussion: Der unbeliebte Cookie-Banner. Er könnte bald Änderungen erfahren, denn die Rechtslage könnte sich mit der Umsetzung der e-Privacy-Verordnung verändern. Also: Augen offen halten, auch in der Schweiz.

Karl Kratz: Die Kunst digitaler Inszenierung

Der krönende Abschluss mit der gewohnten Selbstinszenierung: Die fesselnde Keynote von Karl Kratz.

2.7 Milliarden Menschen weltweit sitzen täglich vor ihrem «Altar» Smartphone. Wie fast keine Religion oder Kultur schafft es diese neue Erscheinung länderübergreifend, unsere Gedanken zu beeinflussen. Wie sich dabei immer wieder der Begriff «Wert» in unseren Köpfen durch (Online) Marketing manipulieren lässt, zeigt er mit vielen eindrücklichen und gut inszenierten Beispielen. So lassen sich heute Wasserflaschen für 19 Cent oder mit der richtigen Inszenierung für 54 Dollar verkaufen. «Inszenieren» bedeute «in Szene setzen». Leider überfordern immer noch viele Websites unser Gehirn. Inszeniere deshalb kognitive Leichtigkeit: Hier ist mein Produkt. Darum brauchst du es. So einfach ist es zu kaufen (Kreditkarte). Und: Jede Information, die keine Emotionen auslöst, wird gleich wieder vergessen. Also: Inszeniert Euer Produkt!

Wie Produkte online richtig inszeniert werden – Best Practices von Karl Kratz.
Spannung wie im Kinosaal bei Karl Kratz OMT 2019

Inszenierung / Branding ≠ SEO ≠ Rechtliche Aspekte ≠ Verkaufspsychologie

Nach den vielen Antworten nun die übliche spannende Frage: Wie bringe ich all diese Aspekte unter einen Hut?

  • Wenn es nach SEO geht, müsste ich dem Google Bot möglichst selbstsprechend die Keywords als Futter geben.
  • Bei der Inszenierung jedoch möglichst kreativ sein. Überraschend. Fesselnd. Emotional. Informationen reduziert auf das Minimum, für jeden verständlich.
  • Verkaufspsychologie: Wiedererkennbar, unverwechselbar mit klarem CI / CD. Einfacher Kaufprozess. Blau = vertrauenswürdig. …
  • ….

Dann kommt der Anwalt uns sagt – nö, geht so nicht….

Interesse geweckt? Jetzt starten mit einem kompakten, personalisierten Workshop inhouse!

Fazit zum OMT:

Nach drei Konferenzbesuchen an der SMX in München und Paris, Online Marketing Konferenzen in der Schweiz und der letztjährigen Digital Growth Unleashed in Berlin war ich dieses Jahr in Wiesbaden. Fazit: Der OMT muss sich keinesfalls verstecken! Top Vorträge, eine tolle Organisation, breitere Themen, gutes Networking, sympathische Stadt und feines Essen – eigentlich bekommt der Besucher sogar mehr fürs Geld.

Gluscht auf die nächste OMT in Wiesbaden?

Google Ads vs. Suchmaschinenoptimierung

Auch heute werde ich noch oft gefragt was besser sei: Google Ads (vorher AdWords) oder Suchmaschinenoptimierung (SEO). Vor zehn Jahren hätte ich noch gesagt: beides. Unterschiedlichste Studien bewiesen immer dasselbe: Eine Doppelpräsenz bringt am meisten Umsatz, Leads und eine kombinierte Präsenz SEO & SEA verstärkt sich gegenseitig. Heute würde ich die Frage so beantworten:

Seien Sie für Ihren Kunden da, egal wo er mit Ihnen Kontakt treten möchte. Egal auf welchem „Kanal“. Überraschen Sie ihn – indem Sie seine Erwartungen übertreffen. Stellen Sie sich vor, dass Sie Touristikerin, Reiseleiter oder Geschäftsführer eines Hotels sind, und dass Sie jederzeit in glückliche Augen schauen möchten. Entlang der gesamten Dienstleistungskette. Gerade in der Tourismusbranche ist die Konkurrenz derart gross, dass Sie sich etwas Aussergewöhnilches einfallen lassen müssen, wenn Sie nicht pleite gehen wollen.

Auch im Suchmaschinenmarketing ist die Goldgräberstimmung verflogen. Einige Keywords sind so stark umkämpft, dass sich die Ads-Klickpreise langsam der USA annähern und im SEO bei den Head-Keywords nur noch starke Marken mit tausenden Mitarbeitern (und eigener SEO-Abteilung) eine Chance haben, auf der 1. Suchergebnisseite (SERP) zu ranken. Apropos 1. SERP: Google scheint mir bei dieser scheinbar unerschöpflichen „Cash Cow“ bald am Ziel zu sein und pflastert alles mit immer grösser werden Anzeigenformaten – sprich „Erweiterte Textanzeigen“, „Shopping Anzeigen“ und nun „Dynamische Suchanzeigen“. Ohne Scrollen sind oft gar keine organischen Suchergebnisse mehr sichtbar. Gerade bei „Transaktionalen“ Suchanfrage, bei denen eine Kaufabsicht dahinter steht.

Was tun?

  • Geben Sie kein Geld aus, solange Sie nicht umfassend & korrekt messen – Conversion Tracking aber auch Markenbekanntheit, falls Sie Branding betreiben möchten.
  • Wählen Sie Ihre (Online) Marketing Kanäle sorgfältig aus, testen Sie diese und verwerfen Sie diese, wenn der Nutzen nicht sichtbar wird resp. die vorher von Ihnen gesteckten Zielen nicht erreicht werden.
  • Verzetteln Sie sich nicht! Jeder Kanal kostet wieder Ressourcen – sei es Mitarbeiter bei einem Pitch oder Geld fürs Setup. Und lieber gar nicht mitmachen als schlechte Präsenz & Kanalpflege. Suchen Sie sich einen Profi, für die Kanäle, die Sie ausgesucht haben.
  • Die „Ps“ haben noch nicht ausgedient. Hinterfragen Sie diese regelmässig. Gerade Preise werden immer transparenter – vielleicht gibt es Einsteigerprodukte, bei denen es sich „lohnt“ etwas günstiger zu sein oder sogar querzusubventionieren? Man denke an den Customer Lifetime Value.
  • Wenn Ihr Unternehmen keine Million Marketingbudget hat und auch nicht top of Mind ist: Suchen Sie sich eine rentable, wenig umkämpfte Nische. Fokussieren Sie und bleiben Sie agil. Schnell. Wenn Sie einen lokalen Standort haben optimieren Sie Ihren MyBusiness Eintrag und Ihre Facebook Business Unternehmenseite.
  • Traffic günstig einkaufen und dann sinnvolles Remarketing? Hmm… dieser Zug ist auch schon am abfahren und die User zunehmend genervt.

Also: Optimieren Sie Kundennutzen. Und nicht für Suchmaschinen.

Kaufbereite Zielgruppen für Suchanzeigen

Seit Hebst 2018 sind die kaufbereiten Zielgruppen – engl. In-Market Audiences – auch für Suchanzeigen in Google Ads verfügbar. Bisher war dies für Display-Kampagnen vorenhalten.

Schon lange werden User anhand ihres bisherigen Suchverhaltens demographisch eingeordnet: Alter, Interessen, Lebensereignisse etc. Diese Ausrichtungskriterien sind für Display-Anzeigen – Banner, Videos, Text – auch schon lange verfügbar. Neu können Sie disese auch für Ihre Google Ads Suchanzeigen verwenden. Wenn Sie zu Beginn nur die Option „Beobachten“ wählen, können Sie 1:1 die Performance der Zielgruppen mit der gesamten Kampagne vergleichen.

Sobald Sie signifikante Daten zum Mehrwert (CRO, CPA) der „kaufbereiten Zielgruppe“ haben, können Sie damit beginnen, für diese mehr zu bieten. Dies sollte idealerweise Schritt um Schritt z.B. +20%, +30%, +50%…. passieren, damit Sie am Schluss für diese Conversions oder Klicks nicht einfach nur mehr bezahlen, sondern auch längerfristig bessere Resultate erreichen. Es ist damit zu rechnen, dass sich bei steigender Anwendung auch die Konkurrenz auf diesen Zielgruppen noch weiter verschärft und die Klickpreise damit neben den Responsive Search Ads weiter in die Höhe getrieben werden. Achtung bei automatisierten Gebotseinstellungen!

Sollte Ihr Budget zum gesamten Suchvolumen relativ gering sein, lohnt es sich vielleicht, die Kampagnen komplett auf diese kaufbereiten Zielgruppen auszurichten. Aber klar – zuerst sollten natürlich bereits alle sinnvollen Remarketing-Listen und Similar-Audiences sauber abgedeckt sein – welche erfahrungsgemäss doch noch etwas besser funktionieren. Oder? Testen!


Google Ads (AdWords?) Expertin

Trotz einiger tricky Fangfragen habe ich kürzlich alle 6 nötigen Google Ads Prüfung für die Zertifizierung  geschafft. Ob ich mich nun Google Ads oder Google AdWords Expertin nennen darf, bleibt abzuwarten. Damit ist man leider noch nicht automatisch Google Partner, aber ich arbeite daran – vielleicht 2019? 😉

Evtl. werden nächstes Jahr auch alle Prüfungsfragen zu Google+ und YouTube Video Editor korrigiert sein? Und die Frage mit dem SDK geklärt? 🙂

Wie auch immer: Vergessen Sie nicht, sich mit Ihrem Profil mit Ihrem MCC zu verlinken. Ansonsten wird es vielleicht zusammen mit dem alten AdWords Interface Ende 2018 eingestampft. 

Ich bedanke mich herzlich bei allen Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg für 2019!

Recap Digital Growth Unleashed, Berlin 2018

Bei der Digital Growth Unleashed (ehem. Conversion Conference), die vom 13. bis 14. November 2018 wieder im Hotel Estrel in Berlin stattfand, war der Name für einmal nicht Programm.

Bereits in der Keynote betonte Tim Ash, dass der ewige Krieg zwischen Branding und Direct Response zu beenden sei, weil es für längerfristigen Erfolg schlicht beides braucht.
Noch weiter geht Jono Alderson von Yoast: „Digital Marketing is Dead!“ Während die eigene Brand-Website langsam zu einem Conversion-überoptimierten, aufgeblasenen Schloss verkommt, findet die Party zunehmend anderswo statt. Auf Social Media, Video-Channels, Shopping-Giganten wie Google oder Amazon – je mehr Reiz(überflutung), desto mehr Aufmerksamkeit beim Kunden (und desto besser fürs Geschäft). Auch die Kaufentscheidung und -abwicklung passiert zunehmend direkt auf diesen Plattformen. Traffic landet gar nicht mehr erst auf den Websites der Markenanbieter. Ohne massive Budgets werden die eigenen Websites immer mehr abfallen, die Kluft öffnet sich weiter. Die entsprechend sinkenden Suchanfragen-Volumina auf Suchmaschinen werden von immer mehr auch kleinen Mitbewerbern mit immer weiter steigenden CPC umworben.

Wo früher noch galt, komplett die Kontrolle über den eigenen Traffic zu behalten, gilt es heute neue Wege zu gehen:

1. Opportunity to deliver an experience
Brand Marketing
– Werbebotschaften wieder ganz oben beim Trichter verstärken mit gehaltvollem und aussagekräftigem Marketing

2. Opportunity to generate brand currency
Alle Erfahrungen mit dem Brand müssen bei jedem Touchpoint positiv ausfallen: Beim Kauf in der Filiale, bei der Empfehlung des Kollegen und bei ähnlichen Zielgruppen (lookalike interactions). Jede Gelegenheit muss genutzt werden, für die eigene Marke «Guthaben» zu sammeln.

3. Opportunity to be present in a consideration set
Wenn irgendwann später die Kaufentscheidung stattfindet, muss die Marke mit genug «Marken-Guthaben» schon „top of mind“ sein. Frage ich also nun meinen Sprachassistenten, welches Notebook ich kaufen soll, kennt es nicht nur meine Präferenzen aufgrund meines Online-Verhaltens – Likes auf Facebook von Marken, Inhalt meiner Inbox etc. -, sondern auch meine implizierten Vorlieben (Verfügbarkeit, Öffnungszeiten, Ort) sowie diese von ähnlichen Konsumenten «Lookalike» resp. «Similar Audience» wie sie Google nennen würde. Bis 2020 wird bei der Sprachsuche mit einem Anteil von 50% gerechnet. Werbe- und Optimierungsvorschläge sind jedoch noch rar. Dranbleiben und vorausschauend investieren, so das mögliche Fazit.

Andrew Garberson von bounteous (vormals Luna Metrics) geht in eine ähnliche Richtung: Statt um jeden Preis mit aggressivem, dynamischen „Giesskannen“-Remarketing die User zu nerven (meist auch noch ohne Frequency Capping und ohne Converter auszuschliessen) – „Marketer, ihr vergrault die Web-Community!“, so Gabersons Anklage ans Publikum. Besser ist es, auf nutzerfreundliche Personalisierung entlang des gesamten Entscheidungsprozesses umzustellen, um echten Mehrwert zu bieten.

Parallel zur “Digital Growth Unleashed” fanden die “Marketing Evolution Experience und Predictive Analytics World Business”. Gesamteindruck nach weiteren spannenden Diskussionen: Die grosse Herausforderung wird nun nicht nur sein, dass die relevanten Daten verfügbar sind, sondern auch am richtigen Ort ankommen, korrekt interpretiert, attribuiert und für künftige Entwicklungen extrapoliert werden.
Ob online oder offline.

Unvorteilhafte Street-View-Fotos bei MyBusiness-Einträgen unterdrücken

Sie leiden an einem etwas unvorteilhaften Street-View-Foto bei Ihrem MyBusiness-Eintrag? Es sieht so aus, als dass Ihre Kunden gleich vor Ihrer Türe überfallen werden würden oder die Ambulanz fährt gerade vor?

Bildschirmfoto 2018-05-15 um 16.42.31

Die elegante Lösung wäre wohl, eigene Fotos zu erstellen und via Google Street View App hochzuladen. Aber wer hat schon soviel Zeit?

Kleiner Workaround, wenn die Anfahrt zu Ihnen nicht so wichtig ist: Klicken Sie in MyBusiess via Info auf Ihre Adresse.

Bildschirmfoto 2018-05-15 um 15.28.05

Wenn Sie nun nach unten scrollen und das Häkchen entfernen, können Sie die Karte unterdrücken.

MyBusiness Street View Fotos unterdrücken.png

Ein halbes Jahr AdWords Express in der Schweiz

Vor einem halben Jahr hat Google den AdWords-Express-Dienst auch in der Schweiz lanciert. Zeit also, um ein erstes Fazit zu ziehen, wie sich die abgespeckte AdWords-Variante für kleinere und mittlere Betriebe bewährt hat. Werden die intern gesteckten Ziele erreicht? Zu welchen Kosten pro Lead? Mit welchem Zeitaufwand? Und welchem Support? Telefonischer Support gibt es ja nur bei Anzeigenausgaben von CHF 10 pro Tag…

Die ersten drei AdWords-Express-Nutzer mit Sitz in der Schweiz, die sich via Kontaktformular bis 30.06.18 bei uns melden, erhalten ein kostenloses Konto-Audit von 3 Stunden. Was an dieser Stelle wiederum Inhalt für ein erstes Fazit liefern wird und Ihnen wichtige Tipps zur Optimierung.

Angebotserweiterung neu verfügbar

Die Angebotserweiterungen (Promotion Extensions) für Google AdWords sind nun endlich auch für die Schweiz in Schweizer Franken verfügbar. Jedoch nur im neuen AdWords Interface. Nach dem Setup wird die Erweiterung direkt unter der Textanzeige angezeigt, Kosten fallen nur bei Klicks an.

Sie können nun so Ihre Promotionen für folgende Anlässe und Zeiträume prominent bewerben – warum nicht gleich zum Weihnachtsgeschäft starten?

Feiertage Startdatum Enddatum
Neujahr 1. Dezember 28. Februar
Valentinstag 15. Januar 28. Februar
Ostern 1. März 30. April
Muttertag 15. März 15. Juni
Vatertag 15. Mai 30. Juni
Labor Day 15. August 15. September
Schulbeginn 1. Juni 1. Februar
Halloween 1. Oktober 15. November
Black Friday 15. Oktober 15. Dezember
Cyber Monday 15. Oktober 15. Dezember
Weihnachten 1. November 15. Januar
Heiligabend 1. November 15. Januar

Quelle: Google AdWords Hilfe